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Samstag, 31. Januar 2026

Gjöf # 2

Ich habe den Isländer meiner Frau im letzten Sommer noch einmal gestrickt. Diesmal für mich. Die Farben sind fast identisch, nur, dass bei meinem Grün anstatt Beige zum Zuge kam. Strickfreude war natürlich ausreichend da. Begeisterung beim Fäden vernähen nicht. Wie immer. Doch da muss man durch. Anschließend noch zum Entspannen waschen und - WAS!!? - was ist denn da los?! Ein Loch in der Passe! Das gab es doch nicht.

Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Hatte doch tatsächlich in der kurzen Zeit vom Vernähen bis zum Waschen eine Motte oder wer auch immer das Garn angenagt. So etwas war mir aber auch noch nie passiert. Jetzt war guter Rat teuer.

Glücklicherweise fand sich im unendlichen Netz eine plausible Anleitung zum Löcher Zunähen bei Gestricken. Gelesen, getan und tatsächlich war hinterher nichts mehr von diesem Loch zu sehen. 

Mittlerweile hat der Pullover allerhand Einsätze hinter sich und ich mag seine Trageeigenschaften. Er ist schön warm und weich genug. Bei den Farben hätte es Verbesserungen geben können - zum Beispiel das Blau hätte ich mir kräftiger gewünscht -, doch es gab keine große Auswahl. Vor diesem Hintergrund bin ich letztlich sehr zufrieden.

Woll Butt | Innsbruck & Primo Hilde | Farben 22931 [Graubraun], 27145 [Grün] & 102710 [Blau], 102706 [Gelb], 102707 [Rot] | Gr. 42

Samstag, 25. Januar 2025

Salbei-Pullunder

Letzten Winter schon startete ich ein Projekt für meine Frau, das dann im Frühjahr etwas auf der Strecke blieb. Sie hatte sich ein paar kuschelig schöne Sottile-Knäuel in angesagtem Salbei-Ton gekauft. Daraus sollte ich einen schlichten Pullunder stricken.

Im August habe ich mir das Strickzeug wieder zur Hand genommen und das Teil beendet. Schlicht ist er geworden. Schön weich im Griff und passt schön leger über Blusen und Shirts. Das Garn war sehr gut zu verstricken. Ich hatte nichts auszusetzen. Verbraucht habe ich etwas mehr als 200 Gramm. Von den restlichen knapp 45 g würde ich gern noch was Kleines machen, aber dazu ist mir aber noch nichts Rechtes eingefallen. Kommt aber noch.

Lana Grossa | Sottile | Farbe 14 [Salbei] | Gr. 40 | für meine Frau


Übrigens haben wir in meiner erzgebirgischen Familie zum Pullunder Westover gesagt. Tante Wiki meint dazu, dass das eine veraltete Bezeichnung für ein und dasselbe wäre. Was nun den begrifflichen Unterschied ausmacht bei einem Kleidungsstück, das man drunter anzieht - unter die Oberjacke - oder wie eine Weste drüber - über eine Bluse beispielsweise -, weiß ich auch nicht.

Freitag, 6. Dezember 2024

Leinenpulli zum Nikolausi

Ich war schnell verliebt, als ich bei Stöbereien durch die weltweiten Handarbeits-Seiten das Pullovermodell "Seaside Tee" von Coco Amour Knitwear erspähte. Ein schlichtes, geringeltes Leinenpullöverchen mit pfiffiger Schulterpatte. Ein paar Wochen schlich ich drum herum, aber ich kam nicht weit. Das Strickmuster musste ich haben. Bei Ravelry geht so etwas schneller als du denkst. Ab in den Warenkorb und - zack! - schon zuhause im PC.

Das Line-Garn von Sandnes war ebenso schnell gefunden und gekauft. Ein wunderschön weiches Gemisch aus 53 % Baumwolle, 33 % Viskose und 14 % Leinen, das perfekt für die kühlen Sommerabende oder das leider immer seltener anzutreffende Übergangswetter geeignet ist. Es funktioniert hervorragend, weiß ich aus dem Alltag zu berichten. Ich habe den fertigen Pulli in diesem Frühjahr und Spätsommer öfters getragen und bin begeistert.

Doch erst einmal zurück zu den Fakten. An dem Original-Modell missfielen mir die kurzen Ärmel. Das ist nichts für mich, denn ist es kurze-Ärmel-warm, ziehe ich garantiert keinen Pulli an. Also kamen lange Ärmel an den Pullover. Außerdem änderte ich die Bündchen-Lösung. An Hals und Ärmelbündchen strickte ich einen Rollrand und fügte ein paar schmalere Ringel ein.

Dieses Modell war mein erster Raglan von oben. Das Nachstricken funktionierte problemlos. Etwas nervig fand ich das ewige Drehen des Strickstücks als ich an den Ärmeln arbeitete. Aber, nun gut, ich wollte es ja so (die langen Ärmel). Beim Vernähen splittete ich die Fäden auf, damit auf der Vorderseite des Gestricks nicht zu sehen ist, wo ein Knoten sitzt. Gerade bei dickeren Fäden kann das passieren.

Aufgepopelte Fadenenden und die Nadel

Verstrickt habe ich Line 6 x Farbe 6531 [Ice] und 5 x Farbe 6061[dunkel Blaugrau] und nun kommen ein paar Bilder mit dem schönen Teil.




Freitag, 16. Juni 2023

Gjöf - Abstecher nach Island

Passt das nicht wunderbar in diese Tage? Es ist richtig ekelig heiß draußen und man wünscht sich einen Dauerplatz in irgend einem Pool, am besten noch mit einem erfrischenen Drink in Reichweite. Vom Himmel brennt die Sonne, das Gras hat dieses Jahr in Rekordzeit das Zeitliche gesegnet. Bäume werfen in ihrer Not mit Laub um sich. Und ich stelle mal eben meinen letzten dicken Pulli vor.

Er entsprang im Februar einer fixen Idee und einer freien Anleitung der Lopi-Site - genannt Gjöf. Leider ist mein Isländisch nicht so perfekt, aber vielleicht heißt es so etwas wie "Geschenk"? Fix nachgegoogelt. Tatsächlich! Ein Geschenk. 🎁 Super! Ich mochte auf Anhieb das Muster. Ich hatte zuvor über die Bildersuche Ausschau gehalten und Motive, die zu meinen Vorstellung passten, ausgesiebt. Übrig blieb dann das Geschenk. Wunderbar.

Woll Butt | Primo Hilde | Farben 102704 [Holz] & 102710 [Blau] & 102706 [Gelb] & 102707 [Rot] & 102705 [Beige] | Gr. 44
Striktes Einhalten des Musters führt letztlich zum stimmigen Ergebnis.
Der untere Saum
Bedingt durch die Fadenstärke war der Isländer ruckzuck fertig. Das Garn stammte von Woll Butt, war ein wenig dünner als die Vorgabe und benötigte meinerseits zwei Anläufe, bis die Größe meinen Vorstellungen entsprach. (Ich kann noch so viele Maschenproben stricken, am Ende kommt immer etwas anderes heraus. 😌) Verstrickt habe ich 450 g Holz, und jeweils weniger als 50 g Blau, Gelb, Rot und Beige. Am Ende war jedenfalls ein töfter Pullover für meine Frau fertig. Aber sie weigert sich, ihn anzuziehen ...dieser Tage. 🙊😂

Montag, 11. Oktober 2021

Sommerpulli - Leinen los!

Stimmt, der Sommer ist längst vorbei. In der Tat.

Dennoch stelle ich Euch mein spontanstes Projekt der letzten Jahre vor. Ich kam ganz zufällig zu dem verwendeten Garn, das sich meine Frau gekauft hatte, aber als viel zu hart befand. Insgeheim hatte ich mit der Leinen/Baumwoll-Mischung geliebäugelt und den Posten sofort und vollständig übernommen.

Ich wollte immer schon einmal Leinen verstricken und im Angesicht des melierten Garns schwebte mir direkt ein einfacher, sommerlicher Pulli vor, den mal sowohl solo als auch fix über einer Bluse oder über einem Shirt tragen kann, falls es einem kühl wird. In den letzten Sommern wurde es selten einmal kühl, aber der April war ja seit einigen Jahren auch wieder einmal normal. Also kamen mit Sicherheit auch kühle Tage, soviel stand fest. 😊

Woll Butt | Primo Josephine | Farbe 101515 | knapp 400 g | Gr. 40 | für mich (Ich blicke etwas verkniffen, was der grellen Sonne zuzuschreiben ist.)
Ein bisschen Schnick-Schnack sollte schon sein.
Am Ärmel findet sich das Muster vom Halsausschnitt wieder.
Es wurde dann ein schlichter Raglan mit italienischem Anschlag und Abketteln. Dazu eine dezente Lochmusterkante mit ein paar Reihen kraus rechts. Im Schulterbereich arbeitete ich einige verkürzte Reihen ein, um die Passform zu optimieren. Eine Strickschrift gab es nicht. Ich fummelte mir irgend etwas durch Anprobieren zurecht. Hat schließlich auch geklappt.

Das Strickgefühl war schon sonderbar, muss ich sagen. Es war wie Paketschnur verstricken, doch schon nach einem Mal Aufribbeln (ja, ja, auch diesmal ging es nicht ohne) verhielt sich das Garn viel geschmeidiger. Die gewaschene Maschenprobe war dann angenehm weich. Klar sprechen wir nicht von Merino, doch das fertige Pulloverchen erfüllt all meine Erwartungen. Ich könnte glatt noch einmal rufen: "Leinen los!"

Samstag, 9. März 2019

Schritt für Schritt - Der lange Weg zum Spiral Yoke Sweater

Meine Güte, was für eine Anleitung!

Ich glaube, ich bin wirklich nicht geschaffen für Ami-Anleitungen. Mit Strick-Instruktionen stehe ich ja per se auf Kriegsfuß, aber wenn sie mir überhaupt nicht plausibel sind und auch nach dem x-ten Male Lesen nicht plausibler werden, dann rast mein Motivations-Pegel ins Kellergeschoss. Zum Glück steht dagegen mein unendlicher Ehrgeiz. Wenn ich etwas will, dann kämpfe ich bis zum Geht-nicht-mehr.

Allein dieser Ehrgeiz ist dafür verantwortlich, dass der Pullover Realität wurde. Das Prozentualsystem von Frau Zimmermann hat sicher etwas für sich und ist womöglich auch recht einfach, wenn man versteht, was es damit auf sich hat bzw. wie man es im speziellen Fall anwenden muss. Die Fließtext-Anleitung des SYS - zu finden in Hand Knitting von Meg Swansen - fand ich jedendoch recht unübersichtlich und verschlüsselt. Es wurde z.B. vorausgesetzt, dass man weiß, wie man in dieser Anleitung Ärmel und Körperteil richtig miteinander verbindet - Raglansticken eben. Jetzt weiß ich das auch, aber aus anderen Quellen.

Ich habe mich mit Blogs, U-Tube und meiner Logik durchgekämpft und gesiegt. Mehrfach musste ich wieder aufribbeln oder improvisieren. Sehr erfreulich für mich war das Rundstricken, denn das liebe ich. Auch die Abnahmen vom Schulterbereich bis zum Kragen mochte ich sehr. Zum Ende hin habe ich stunden- und rundenlang gebangt, dass das Garn reicht. Es hat gereicht. Gerade so.

Dennoch war ich nach der Fertigstellung des Pullovers am Boden zerstört. Einmal übergezogen, sah ich in dem Teil aus wie eine grüne Leberwurst. Warum geht mir das so? Kann nicht einfach einmal etwas funktionieren? Das Dings flog nach diesem ernüchternden Anblick erst einmal in die eine oder andere Ecke, wo es mehr oder weniger gut lag. Ansehen mochte ich es schon gar nicht mehr.

Zeit ging ins Land und aus Tagen wurden Wochen, Monate, ja, sogar Jahre. Denn, wenn ich mich nun recht besinne, startete ich das Projekt "Spiral Yoke Sweater" 2013 und beendete es jetzt im Januar 2019. In den letzten drei, vier Jahren würdigte ich den Pullover keines Blickes. Im Gegenteil, ich wollte ihn gar nicht erst sehen. Ehrgeiz? Was ist das?

Doch dann regte sich ein ganz persönliches Versprechen in mir, das da besagt: Bevor ein neues größeres Objekt angeschlagen wird, wird zuerst eines der Ufos beendet. Und da gibt es über die Jahre so manch' liegen gebliebenes Strickwerk. Leider. (Und dies wäre eine neue Rubrik wert.)

Wie dem auch sei, der grüne "gedrehte Kragen" ist fertig. Das ging letztlich recht zügig, denn es waren lediglich die Fäden zu vernähen und die Armlöcher zu schließen. Mit dem Maschenstich, den ich auch nur mit einer Videoanleitung hinbekam. Manchmal tue ich mich wirklich schwer mit relativ einfachen Techniken. 😳 Aber jetzt frage ich mich, wieso ich diese Abschlussarbeiten soooo lange aufgeschoben habe. Tsss...

Fix und fertig
Wegen dieses Musters habe ich das Projekt in Angriff genommen
Schön verdreht
Ach ja, die Idee zu diesem Klassiker holte ich mir vor nun fast zehn (!) Jahren bei BrooklynTweed. Als Jared Flood damals seinen roten Eyecatcher vorstellte, war ich hin und weg. Seine Liebe zu Elizabeth Zimmerman und ihren zeitlosen Anleitungen führte zu schönen und schlichten Interpretationen, die seinen Stricknadeln entsprangen. (Nur hatte er den Vorteil, die amerikanischen Anleitungen einwandfrei zu verstehen. 😉)

Zum Schluss etwas Statistik. Garn: 600 g Lana Grossa Merino Superfein, Farbe 101, Garnrest 4,40 m, Nadelstärke 3, Kosten: 60 €.

Sonntag, 22. Januar 2017

MOSSO 3 - Passt!

Nein, ich habe es nicht vergessen. Noch bin ich ein Bild mit dem MOSSO schuldig - und das schon satte zehn Monate. Heute, beim Spaziergang, bot sich die Gelegenheit für ein sonnenverblendetes Shooting. Am Ende reichte es doch für einen vorzeigbaren Schnappschuss.

Nein, keine frühlingshaften Temperaturen. Es waren knapp über 0 °C, aber was tut man nicht alles...

Sonntag, 13. März 2016

MOSSO 3 - Fertig!

Und das bereits seit mehreren Tagen. Ich warte noch auf Sonne, um vernünftige Bilder machen zu können, auf denen die wirklichen Farben gut sichtbar sind. Nein, das ist so auch nicht wahr. Wir hatten eine Woche satt Sonne, aber ich bin nicht zum Fotografieren gekommen. Das wird nachgeholt - versprochen. Vorerst gibt es eben ein Selfie aus der Hand.

Lang | Mosso | Farbe 922.0025 | Größe 40 | für mich
Obwohl ich es nicht vermutete, hatte mir das erneute Stricken Spaß gemacht, denn die Arbeit ging schnell voran. Diesmal arbeitete ich nicht exakt nach der Anleitung, weil das beim ersten Versuch gründlich schief ging. Ich prüfte immer wieder die Maße und pfiff auf Maschenprobe und sonstige Maßangaben der Vorlage.

Apropos... ich würde gern einmal wissen, nach welcher Anleitung das Model für's Anleitungsheft bestrickt worden ist. So, wie Frau Spargeltarzan aussieht, hätte sie gar keinen passenden Pullover bekommen können. Ein Strickstück in Größe S hätte nämlich an ihr herumgehangen wie ein alter Putzlappen. Vermutlich wären auch noch die Ärmel und der Body viel zu kurz gewesen.

Jetzt ist er also vollendet. Und er ist gut geworden. Nun kann auch endlich der Frühling kommen. Ähmm... Na ja, würde mich auch nicht weiter wundern.

Montag, 22. Februar 2016

MOSSO 3 - Erste Anprobe

Der Pullover ist gestrickt. Aber bevor ich mich wieder gräme, weil irgend etwas nicht stimmt, habe ich eine ungeliebte Maßnahme ergriffen und alle fertigen Teile geheftet. Ich musste ihn überziehen, um mir ein Bild vom Resultat zu machen. Hier ist es:

Don't worry - I'm happy
Ich finde, der Pulli passt an die durchgeknallte Tante. Ich mache weiter. - Selbstverständlich heiter...

Donnerstag, 18. Februar 2016

MOSSO 3 wächst

Inzwischen sind Vorder- und Rückenteil fertig. - Es scheint (wieder*) recht gut geworden zu sein. Mit dem ersten Arm bin ich bis zur Hälfte durch. Ich habe mit den Zunahmen aber erst nach Fertigstellung des breiten Bündchens begonnen, weil stete Zunahmen von Anfang an beim ersten Versuch nicht hübsch aussahen.

Ich bin echt gespannt, ob diesmal etwas bei der Strickerei rumkommt. Die neue Stricknadel macht jedenfalls unerhörten Spaß.

Der halbe Ärmel und seine weitere Zukunft
*wieder bedeutet in diesem Fall, dass ich das gut beim ersten Versuch ebenfalls dachte.

Donnerstag, 11. Februar 2016

MOSSO - Version 2 und 3

Ich bringe es gleich auf den Punkt: 84 Maschen waren dann doch zu wenig.

Wegen des Socken-Weihnachts-Geschäfts musste ich das Stricken beiseite legen. Anschließend, zum Jahresanfang, war ich generell frustriert und beäugte die geribbelten Knäuel nur mißbilligend aus der Ferne.

Jetzt kam aber meine Frau mit der Frage, wann ich denn die versprochene Jacke für sie stricken würde und überwand dadurch meine Abneigung. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, nicht noch ein weiteres, größeres Projekt zu starten, bevor nicht eines fertig geworden ist.

Das ist doch Ansporn genug.

Mittlerweile ist schon wieder ein Teil fertig. Diesmal mit einem Maschenanschlag von 91. Das sieht ganz passabel aus und ich drücke mir selbst die Daumen für ein gutes Gelingen. Nun ist Schluss hier. - Ich muss weiter stricken. Tschö!

Mittwoch, 18. November 2015

MOSSO - Version 1

Um es gleich vorweg zu nehmen: das war wohl nix. Der fertige Pullover war viel zu groß, besser gesagt viel zu weit.

Dabei hatte ich mich an alles gehalten. Meine Frau hatte exakt Maß genommen. Ich hatte anhand der Maßtabelle im original Lang-Anleitungsheft meine Größe ermittelt. Ich hatte eine Maschenprobe angefertigt, die mit der angegebenen Nadelgröße genau der Vorgabe entsprach. Ich wandte - auch nach Vorlage - den italienischen Maschenanschlag an, der einen wunderschön elastischen und optisch eleganten Saum am Strickstück ergibt. Ich war überzeugt, dass nun gar nichts mehr schief gehen konnte. Auch das Stricken bereitete mir Freude und ging schnell von der Hand. Ehrlich gesagt, war es auch keine große Herausforderung, im Halbpatent und kraus rechts zu stricken. 

Wie dem auch sei, der Saum an den fertigen Stücken sah für meine Begriffe fürchterlich aus und das Ergebnis war einfach vieeel zu weit.

Quadratisch, praktisch und gut? - Nä, ganz bestimmt nicht.
Ich weiß nicht, warum es am Saum diese Schlaufen gibt.
Vorgestern hatte ich alles wieder aufgetrennt und startete gestern neu. Dabei stufte ich die Größe von L (der Anleitungs-Tabelle) auf S herab. Ich probierte es noch einmal mit dem italienischen Maschenanschlag und benutzte dafür gleich zwei Nadelstärken weniger, um diese Schlaufen zu vermeiden. Nach den ersten paar Reihen entfernte ich den Hilfsfaden und zog den Saum in die Breite, wobei er ein ungeahntes Maß erlangte. Die seltsamen Schlaufen ließen sich durch das in-die-Breite-Ziehen nicht beseitigen.

Also wieder ribbeln.

Nach mehreren Versuchen bin ich nun bei 84 Maschen mit normalem Kreuzanschlag gelandet und das entstehende Bündchen sieht endlich passabel aus.

Mittwoch, 11. November 2015

MOSSO in Teilen

Neuer Zwischenstand vom MOSSO: alle Teile sind gestrickt. Jetzt werden die Hilfsfäden gezogen. Danach geht es ans Zusammennähen und letztlich muss noch der Kragen angestrickt werden. Wie wird der Pullover wohl fertig aussehen?

Alle Teile fertig

Samstag, 31. Oktober 2015

Langs MOSSO

Eigentlich bin ich nicht sehr werbeanfällig. Ich kann gut widerstehen, wenn man mir etwas andrehen will, ehrlich. Doch von Zeit zu Zeit lasse ich mich auch gern von einem Produkt überzeugen - wenn's gut gemacht ist.

So flatterte mir Anfang des Monats ein Prospekt des größten Versandes für Bastel- und Handarbeitsbedarf weit und breit ins Haus und sofort blieben meine Augen an einem Pullover hängen, der aus dem Lang-Garn MOSSO gefertigt war. Sowohl die Farben als auch das  Maschenbild gefielen mir sehr.

Ich überlegte einige Tage vernünftig und beschloss, erneut einen Pullover-Versuch zu starten. (Wieder einmal, dachte ich, und zögerte eine gehörige Weile, bis ich dann doch bestellte.) Inzwischen ist Teil eins fertig und ich habe bereits etwas neues gelernt: den italienischen Maschenanschlag. Kannte ich bisher nicht, sieht aber richtig gut aus.

Genau wie das Garn. Endlich einmal dunkle Farben mit einigen Lichtern, die aber insgesamt herbstlich aussehen. Es lässt sich trotz seiner bauschigen Stellen gut verstricken und fühlt sich toll an. Hier schon einmal ein erster Eindruck. (- Und ich habe die ernste Hoffnung, dass es diesmal klappt mit dem Pullover.)

Original trifft Vorlage

Mittwoch, 7. August 2013

Literatur als Motivator

Wieviele Jahre liebäugele ich schon mit Fair Isle-Strickerei? Ich weiß es nicht mehr. Es muss schon eine ganze Weile sein. Bisher scheiterte mein Vorhaben nicht nur an der Technik des Zwei-Farben-Strickens, sondern auch an der Verfügbarkeit deutschsprachiger Anleitungen. Zwar bilde ich mir ein, Englisch einigermaßen zu kapieren, doch beim Fachenglisch hört es schnell mal auf.

Vor ein paar Wochen schlenderte ich durch unseren Bastelladen im Ruhrpark und entdeckte das 200 Fair Isle-Muster-Buch, blätterte es durch und schon wanderte es in meine Tasche. Von den Mustervorschlägen bin ich sehr angetan und vielleicht verhilft mir das Buch zu einem Tacken Mut, um mich einfach nur mit der Technik zu beschäftigen.


Immerhin hat es dazu geführt, dass ich mich nun wieder dem begonnenen Spiral Yoke Sweater widme. Als Erstes ribbelte ich 200 g verstricktes Garn wieder auf. Der Strang wurde im Wasserbad entspannt und getrocknet. Danach kam er auf die Haspel, um sich in ein Knäuel transformieren zu lassen. (Eine Freude, dass ich einen Garnwickler besitze, der Knäuel besonderer Größe wickeln kann.)

Ich quälte mich am Wochenende durch Meg Swansens englische Anleitung, in der Hoffnung, den Sinn einigermaßen zu erfassen, um endlich das Prozentual-System von Elizabeth Zimmermann zu begreifen. Mathe ist überhaupt nicht meins. Aber es nützte ja nichts - ohne Berechnungen kam ich nicht weiter. Ich hoffe, dass ich meine Berechnungen erfolgreich von Zoll auf metrisch und zurück unter Berücksichtigung der Maschenprobe mit dem aus erwählten Garn beendet habe. Ich stricke nun endlich wieder in Runden...

Mittwoch, 1. August 2012

Mal wieder zugelangt...

Lange hege ich schon den Plan, einen neuen Pulli zu stricken. Wer dieses Blog kennt, weiß, dass ich mit solch großen Projekten eigentlich nicht viel am Hut habe. Aber hier und da stolpere ich doch über wunderschöne Strickmodelle, die dann auf meine Wunschliste gepackt werden.

Diesmal wird es ein ziemlich schlichter, aber doch irgendwie aufregender Pulli, den ich vor Jahren bei BrooklynTweed entdeckte. Ich fand sogar Garn, das mir auf Anhieb gefiel - Merino superfein von Lana Grossa. Doch ich geriet in eine Zwickmühle: ich konnte mich nicht zwischen den angebotenen Farben entscheiden. Letztlich griff ich nach einem Grün, das ich mir vor wenigen Jahren für meinen Hooded Rouge gewünscht hätte. Na ja, jetzt wird hat etwas anderes daraus gestrickt. Und ich bin geneigt, diesen fantastischen Rotton auch noch zu holen. Wer weiß, ob es den in der nächsten Saison weiterhin gibt...

Mittwoch, 2. März 2011

Aran

Angeregt vom Bericht über den Must Have Cardigan bei Frau Allerlei Strickerei, habe ich hier mal meinen Roten abgelichtet. Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich diesen Winterpullover gestrickt habe.


Dick und warm sollte er sein. Auch liebe ich Zopfmuster und überhaupt die Muster der Arans. Also holte ich eines meiner wenigen Strickbücher hervor und schaute nach den gängigen Mustern der Aran-Strickerei. Die Musterfolge stellte ich dann selbst zusammen.

Lana Grossa | Bingo | Farbe 44 [rot] & 8 [dunkelblau] | Gr. 40 | für mich
Schnell stand meine Entscheidung für einen roten Pullover fest, abgesetzt mit einer dunkelblauen Kante des gleichen Garns, von dem noch ein Rest vorhanden war. (Zuerst dachte ich, es sei schwarz. Na ja, abends bei Kunstlicht - was will man da erwarten.) Ich hatte beim Stricken und Zopfen viel Spaß. Ich trage den Aran sehr gern, denn er ist genau das, was ich von ihm wollte: kuschelig, warm und robust.

Eigentlich könnte ich mal wieder so etwas in Angriff nehmen, wenn ich's mir recht überlege.

Montag, 2. Juni 2008

Finally... Hooded Rogue finished

Zugegeben - und Ihr wisst das ja bereits -, er ist schon einige Tage fertig. Inzwischen wurde er zweimal gewaschen und ausgerechnet bei mir tritt das Phänomen auf, dass diese Wolle nicht filzt, sondern längt. Mit dem Ergebnis, dass die einst so gut passenden Ärmel nun an die fünf Zentimeter zu lang sind. Auch sonst ist der Rogue eher zu weit. Sieht man auf dem Bild ganz gut:


Da könnte ich doch prima ein Experiment mit Schleudergang wagen. Aber davor habe ich nun auch wieder Bammel. Vielleicht bekommt er ja mal einen wärmeren Waschgang spendiert. Jedenfalls ist die Kratzintensität schon bedeutend geringer geworden. Vom Kuschelpullover kann dennoch keine Rede sein. Muss auch nicht, es ist ja sowieso ein eher raues Modell.


Hier kommen erst einmal meine versprochenen Detail-Fotos, auf denen man auch ganz gut sieht, wieviele Farbtöne diese Wolle je nach Lichtintensität hervor bringt.


Anders, als in der Anleitung vorgegeben, musste ich wegen der Wollstärke die Muster umschreiben und habe die Zöpfe mit jeweils vier Maschen gestrickt.


Beim Ärmelmuster habe ich die letzte Verschränkung einfach weg gelassen. Ich fand das so entstandene Muster einfach schöner. Auch am Muster des V-Ausschnittes habe ich etwas geändert: Die Zöpfe verschränken sich nicht in gleicher Richtung, sondern entgegengesetzt.


Die Änderungen setzen sich bei der Kapuzenborte fort. Ich wollte sie nicht so breit stricken und beließ es einfach bei vier Zopfbändern, die fließend ineinander übergehen. (Die beiden Zopfteile so zusammen zu nähen, dass man das kaum sieht, was eine zeitraubende und fummelige Angelegenheit, sage ich Euch!)



Die Kapuze selbst habe ich dann aus der Zopfkante heraus gestrickt und anfangs an den Seiten immer die Maschen des Halsausschnittes mit hinzu genommen, bis ich dann am Ende wieder rund stricken konnte. Dann strickte ich meine Zipfelkapuze mit dem "unsichtbaren" Zopfmuster. Fertig war der Pullover.

Am Ende angekommen, muss ich resümieren, dass ich diesen Rogue zu meinem Meisterwerk erkoren habe, denn so oft ich auch ribbeln musste und wieder etwas nicht klappte, so fest habe ich mich an dem Teil verbissen und doch etwas Gescheites zustande gebracht. Sicher hätte ich noch einen halben Pullover zusätzlich hier liegen, wenn ich die Ribbelei mal in Strickwerk definieren sollte. Aber das dürft Ihr niemandem verraten, abgemacht??

So, und nun kann ich dann mal den Schatz verstecken:

Freitag, 16. Mai 2008

Hooded Rogue hooded

Da ist sie: die Kapuze am Rogue. Gerade ist sie fertig geworden und ich finde sie richtig schön. Von Anfang an hatte ich die Idee, die Kapuze lang und spitz zu stricken. Ich finde, das passt einfach besser zum ganzen Pullover und unterstreicht das Keltisch-fantasievolle daran. (Eigentlich nenne ich den Rogue insgeheim Hobbit-Pullover. Das isser doch auch irgendwie oder?)

Am Hinterkopf bzw. auf der Unterseite der Kapuze habe ich einen Zopf eingearbeitet, um die Abnahmen etwas zu verschönen. Auf diesem Bild könnt Ihr davon noch nichts sehen, aber wenn der Rogue richtig fertig ist, dann gibt es noch Details. Versprochen. Nun muss ich mich erst einmal ans Vernähen der wenigen Fäden machen. Also, auf geht's...

Sonntag, 11. Mai 2008

Hooded Rogue sleeved

Heute saß ich gemütlich im Schatten unter unserer Linde und habe fleißig gestrickt. Und Ihr glaubt es nicht: ich habe die Ärmel am Rogue. Ich bin so froh darüber, auch das geschafft zu haben - die Kapuze kann gar nicht mehr so viel Arbeit sein. Natürlich werde ich nicht erzählen, wie oft ich die erste Armkugel gestrickt habe, bevor ich mit dem Ergebnis einverstanden war. *zwinker*

Ihr dürft nicht denken, dass ich die Ärmel allein heute gearbeitet habe. Nein, ich bin dran zugange seit meinem letzten Rogue-Eintrag von Mitte April. Jeden Tag ein bißchen, so wie es die Zeit erlaubte. Dem Knotenmuster am Ärmelanfang habe ich eine Drehung weggenommen, so dass es eher wie ein keltischer Knoten aussieht. In Anbetracht der heute erziehlbaren Fotoqualität, werde ich ein genaueres Bild zu späterer Zeit nachreichen.

Hier seht Ihr den aktuellen, von der Sonne verblendeten, Zwischenstand: